Schloss Neuenburg (Freyburg)
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Das Schloss Neuenburg liegt im Süden des Landes Sachsen-Anhalt auf dem spornartigen Ausläufer einer Hochfläche über dem Ostufer der unteren Unstrut. Unterhalb der Burg im Norden liegt das Winzerstädtchen Freyburg, welches wiederum ca. sieben Kilometer nördlich von Naumburg (Saale) entfernt ist.

Bei Schloss Neuenburg handelt es sich um die einstmals größte Burg und eine der ältesten und wichtigsten Burgen der Landgrafen von Thüringen. Für Sachsen-Anhalt sind es bislang die einzigen sicher nachweisbaren oberirdisch erhaltenen Steinbauten aus der ersten Hälfte des 12. Jahrhunderts auf Burgen. Aber auch über den mitteldeutschen Raum hinaus ist der große Bestand an erhaltenem Mauerwerk aus dem Ende des 11. bis Anfang des 13. Jahrhunderts von großer Bedeutung. Ein besonderes architektonisches Kleinod ist die um 1180 errichtete Doppelkapelle mit ihrer außergewöhnlichen Bauzier. Die Burg ist deutlich zweigeteilt: zum einen die Kernburg mit dem sogenannten Schlossbau und der Küchenmeisterei und zum anderen die ältere Vorburg, die von Galerieflügeln umrahmt wird.

Der Name Neuenburg leitet sich von der Bezeichnung neue Burg ab. In mehreren mittelalterlichen Urkunden erscheint sie als castrum Nuwenburg, niwen burch bzw. als Novum Castrum. Unklar ist, gegenüber welcher Anlage die Burg als neu hervorgehoben werden sollte. In Betracht zu ziehen wären die Burg bzw. der Hof (curtis) im nahegelegenen Zscheiplitz oder die Wartburg, eine ältere Gründung Ludwig des Springers († 1123), des Stammvaters der Ludowinger.

Das Schloss ist eng verbunden mit der Geschichte der Ludowinger, von denen man annimmt, dass sie in den 1030er Jahren aus Mainfranken nach Thüringen kamen. Das Gebiet um Freyburg und Naumburg gelangte kurz nach 1085 durch die Heirat mit Adelheid († 1110), der Witwe des ermordeten Pfalzgrafen Friedrich III. von Goseck, an Ludwig den Springer, der hier wenig später die Neue Burg anlegen ließ. Damit festigte er wesentlich seine neu errungene Position im Saale-Unstrut-Raum.

Bis zum Aussterben des Geschlechtes 1247 war Schloss Neuenburg eine wichtige, zeitweilig sogar die größte Burg der Landgrafen von Thüringen, einer der einflussreichsten Familien des Heiligen Römischen Reiches. Neben der Landgräfin Elisabeth von Thüringen beherbergte die Neuenburg zum Beispiel auch Kaiser Friedrich Barbarossa in ihren Mauern. Der Dichter Heinrich von Veldeke vollendete dort um 1185 seinen Eneasroman.

Nach dem Aussterben der Ludowinger gelangte Schloss Neuenburg in den Besitz der Markgrafen von Meißen aus dem Geschlecht der Wettiner und verlor zunächst beträchtlich an Bedeutung. Erst unter Herzog Wilhelm III. von Sachsen (1445-1482) setzte ab etwa 1440 eine erneute Bautätigkeit ein. Vermutlich wollte er der Neuenburg eine bedeutendere Residenzfunktion zubilligen, was er jedoch nicht verwirklichte.

Kurfürst August von Sachsen ließ die Anlage in der Mitte des 16. Jahrhunderts zu einem Jagdschloss umbauen. Diese Funktion erfüllte es auch von 1656 bis 1746 für die Herzöge von Sachsen-Weißenfels und den sächsischen Kurfürsten Friedrich August II. (1746-56). Mit dessen Tod verlor die Neuenburg ihr Bedeutung für den kursächsischen Hof. Sie wurde 1770 in die staatliche Verwaltung übergeben.

1815 gingen die Gebäude und Besitzungen in preußischen Staatsbesitz über. Zu dieser Zeit begann Schloss Neuenburg ein beliebtes Ausflugsziel zu werden. Im Jahr 1935 entstand ein erstes Museum. In der DDR-Zeit war Schloss Neuenburg von 1970 bis 1989 geschlossen. Nach der politischen Wende konnte durch großes staatliches und privates Engagement der Verfall gestoppt und das Schloss wieder zu einem attraktiven Erlebnisort ausgebaut werden. Seit 1990 wird es als Museum und für gastronomische Einrichtungen genutzt. 1997 ging die Liegenschaft in das Eigentum der Stiftung Schlösser, Burgen und Gärten des Landes Sachsen-Anhalt über, der nun die Erhaltung der Bausubstanz obliegt.

 


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