Mecklenburg

Die Mecklenburg (im Mittelalter Michilin-/Michelin-/Mikelinburg = „große Burg“), war der ursprüngliche Hauptsitz der von dem Fürsten Niklot und seinem Sohn Pribislaw abstammenden Fürsten und Herzöge von Mecklenburg und lag auf dem Gebiet der heutigen Gemeinde Dorf Mecklenburg südlich von Wismar. Von der nicht erhaltenen Burg zeugt heute noch ein Erdwall. Ihr früher Name Wiligrad führte zur Namensgebung beim heutigen Schloss Wiligrad.

Der erste Slawische Burgwall im Bereich der Mecklenburg wurde archäologischen Ausgrabungen zufolge bereits in der ersten Hälfte des 7. Jahrhunderts auf der Spitze einer Halbinsel errichtet[1]. Funde slawischer Keramik aus den Schichten hinter der Burgmauer lassen sich dem sogenannten Feldberger Typ zuordnen[2]. Um 680 wurde die Anlage erstmals erneuert, später folgten immer wieder Umbauten[3]. Der Aufbau der Wasserburg erfolgte durch Aufschüttung eines mächtigen Walls in sieben Bauphasen in einem zu der Zeit nur schwer zugänglichen Moorgebiet.

Der slawische Name der Burg ist nicht überliefert. Möglicherweise lautete er Weligrad, was "Große Burg" bedeuten würde. Der deutsche Name (Michelenburg im Jahr 955) dürfte eine Übersetzung sein.[4]

Seit dem 10. Jahrhundert ist die Burganlage als Stammesfürstensitz und Hauptburg der Obodriten belegt. Sie steht in enger Verbindung mit dem frühmittelalterlichen Handelsplatz Reric. 965 wurde die Burg in einem Bericht des jüdisch-andalusischen Händlers Ibrahim Ibn Jacub als Nakons Burg bezeichnet. Sie war im Ostseeraum für ihren riesigen Sklavenmarkt bekannt. Aus Mikelenburg wurde im Laufe der Zeit Mecklenburg. König Otto III. erwähnte am 10. September 995 erstmals urkundlich die Mecklenburg. Bei kriegerischen Handlungen mit deutschen und dänischen Feudalherren wurde die Anlage 1160 und 1164 zerstört. Im selben Jahrhundert unterlag der obodritische Stammesverband schließlich dem Eroberungszug unter Heinrich dem Löwen. 1062 wurde aus dem Bistum Oldenburg ein neues Bistum Mecklenburg ausgegliedert, das 1160 nach Schwerin verlegt wurde.

Die Burg wurde wiederaufgebaut, doch bereits 1256 ließ Johann I. von Mecklenburg sie abreißen, um das Material für den Bau des Schlosses in der damals aufblühenden Stadt Wismar zu verwenden. Nachdem die Burg 1277 während des Vormundschaftsstreits während der Gefangenschaft Heinrichs des Pilgers für die Mecklenburger Fürsten und die Herrscher von Werle, die von hier aus ihre Raubzüge ausführten, noch einmal aufgebaut wurde, fiel sie 45 Jahre später erneut - nun endgültig - der Zerstörung zum Opfer. Aus der Siedlung der Vorburg entstand in der Mitte des 14. Jahrhunderts das Dorf Mecklenburg. Nach der oberflächlichen Abtragung der Trümmer wurde der Wall von Bauern landwirtschaftlich genutzt. Die erste Aufforstung mit Eichen erfolgte im Jahr 1856. 1870 legte man den Friedhof des Dorfes in den noch deutlich erkennbaren, bis zu sieben Metern hohen Burgwall an. An die Burg erinnert heute der Straßenname Am Burgwall.

 


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