Ehrenburg (Brodenbach)
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Die Ehrenburg ist eine Burgruine in der Nähe von Brodenbach mit einer recht wechselvollen Geschichte. Sie wurde auf einem Felssporn im Ehrbachtal, einem Seitental der Mosel erbaut. Einst das befestigte Zentrum einer kleinen Reichsherrschaft mit Besitzungen zwischen Untermosel und Mittelrhein, ist sie heute ein Kulturdenkmal mit einer Vielzahl an Veranstaltungen.

Der Ehrenberg war vermutlich schon in frühmittelalterlicher Zeit mit einer Flucht- und Verteidigungsanlage im Besitz der Trierer Kirche. Die ältesten, noch erhaltenen Teile der heutigen Ehrenburg – die Oberburg – sind Reste eines „festen Hauses“, eines rechteckigen Wohnturms. Die erste Hälfte des 12. Jahrhunderts wird als Beginn der Bauarbeiten für diese, zuerst noch kleine Stauferburg angenommen. 1161 erscheint die Burg namentlich erstmals als „Castrum Eremberch“ in einer Schlichtungsurkunde des Stauferkaisers Friedrich I. genannt Barbarossa. Dieses Dokument bestätigt den Verzicht seines jungen Halbbruders Pfalzgraf Konrad von Hohenstaufen auf Rechte an zwei Kirchen im Erzbistum Trier und die Teilnahme an der Stadtverwaltung von Trier. Die Gegenpartei, Hillin von Fallemanien, Erzbischof von Trier soll dem Pfalzgrafen zum Ausgleich dafür die, für die Sicherung des Moselübergangs zwischen Brodenbach und Hatzenport und des umliegenden Reichsgutes wichtige Ehrenburg, zum Unterlehen übertragen. Dieser komplizierte, für manchen Streit sorgende Rechtsanspruch, bestand bis zum Ende der Kurfürstentümer Pfalz und Trier Ende des 18. Jahrhunderts. Die vermutlichen Erbauer der Burg, die Herren von Ehrenberg, Dienstmänner der Kölner und Trierer Kirche und der rheinischen Pfalzgrafen, urkunden als Zeugen erstmals 1189. Die Burg wird Sitz einer Ganerbschaft und ist als Besitztum über mehrere Generationen geteilt oder gedrittelt. Das Ehrenberger Wappen zeigte einen linksschrägen, goldenen Balken in einem blauen Feld. Seit Mitte des 13. Jahrhunderts wurde von einer zweiten, jüngeren Familie (Friedrich-Linie) der Schrägbalken von Kreuzchen, um 1480 auch von goldenen Lilien, begleitet.

1331 schlossen sich die reichsministerialen Besitzer der Burgen Waldeck, Schöneck, Eltz und Ehrenburg zu einem Bund zusammen. In der Eltzer Fehde kämpften sie gegen die Territorialpolitik des Trierer Kurfürsten Balduin von Luxemburg. Fünf Jahre später verpflichteten sich die Streiter in der Eltzer Sühne zum Frieden und mussten die Oberherrschaft des Kurtriers anerkennen.

1397 stand der letzte Ehrenberger mit dem Trierer Kurfürsten Werner von Falkenstein in Fehde und zerstörte in dessen Stadt Koblenz mehr als 200 Häuser. Im Gegenzug wurde die Burg von den Bürgern von Koblenz belagert, dabei wurde eine Kanone eingesetzt (zu dieser Zeit noch eine Seltenheit). Ein Jahr später wurde in Erbfolge Johann von Schönberg mit Burg und Herrschaft belehnt, im Jahr 1426 Cuno von Pyrmont und von Ehrenberg, 1526 Philipp von Eltz, 1561 die Herren Quadt von Landskron und 1621 das Haus von Hoensbroech (Niederländisch: Van Hoensbroeck). Im Zuge des Dreißigjährigen Krieges besetzten die Spanier 1640 bis 1651 die Burg. 1668 ging die Ehrenburg in das Lehen der Freiherrn von Clodt über.

Am 1. November 1688 besetzten französische Soldaten unter Ludwig XIV. im Laufe des Pfälzischen Erbfolgekriegs die Burg und sprengten ein Jahr später am 30. April 1689 Teile der Burganlage; die Kapelle blieb gänzlich verschont und wurde erst im nächsten Jahrhundert aufgegeben. Dauerhafter Wohnsitz der Burgherren zu sein, war die Burg schon mit dem Aussterben der männlichen Ehrenberger Ende des 14. Jahrhunderts nicht mehr. Für die nachfolgenden Burgherren waren Burg und Herrschaft Ehrenberg nur ein Teil ihrer Lehen und ihres Besitzes. Der letzte reichsritterliche Burgherr, der Freiherr Benedikt von Clodt, Herr zu Landscron, Ehrenberg, Hennen, Grimberg, Meill und Thomberg lebte Ende des 18. Jahrhunderts als kurfürstlicher Gerichtspräsident sicher vorwiegend im Ehrenberger Hof am Münzplatz zu Koblenz.

1798 ging die Burg in den Besitz des Freiherrn vom Stein über, 1831 ging sie an das Haus von Kielmannsegge und 1924 in den Besitz des Grafen von Kanitz-Cappenberg. Seit 1991 ist die Ehrenburg in Privatbesitz und wird seit 1992 durch den gemeinnützigen Freundeskreis der Ehrenburg e.V. aus privaten Mitteln erhalten und wiederaufgebaut.

 

Unterhalb der Ehrenburg im Ehrbachtal führt eine ca. 16 km lange Wanderstrecke von Brodenbach nach Emmelshausen. „Der Schwierigkeitsgrad ist gering, die Durchquerung der Ehrbachklamm erfordert kurzzeitig einige anspruchslose Kletterkünste.“


Dieser Artikel basiert auf dem Artikel Ehrenburg (Brodenbach) aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und steht unter der Doppellizenz GNU-Lizenz für freie Dokumentation und Creative Commons CC-BY-SA 3.0 Unported (Kurzfassung). In der Wikipedia ist eine Liste der Autoren verfügbar.

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howa

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Sam_Vimes
Kommentare zu diesem Ort



howa
schrieb am 03.10.2016 um 14:08 Uhr
Sehr schne Burg und leicht zu erreichen. Versteckt im Wald und integriertes Wanderreiterhotel mit guter Kche im Mittelalterstil. Super Erlebnis und sehenswert.

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