Schloss Alsbach
von Tafelrunde at de.wikipedia [GFDL oder CC-BY-SA-3.0], vom Wikimedia Commons

Das Alsbacher Schloss bei Alsbach-Hähnlein an der Bergstraße ist eher eine Trutzburg und hieß früher Burg Bickenbach.

Sie liegt südlich von Frankfurt und Darmstadt bei der früher selbständigen Gemeinde Alsbach am Rand des Odenwaldes an der hessischen Bergstraße und zugleich nördlich von Weinheim und Heidelberg. Die Burg wurde auf der in die Rheinebene schauenden westlichen Spitze eines etwa 260 m hohen, gegenüber der Nauepoche heute bewaldeten, Berggrates unterhalb des Melibokus erbaut. Damit steht sie ca. 150 m über der sich von Nord nach Süd westlich von ihr erstreckenden Tiefebene.

Ihr nördlicher Nachbar ist die Burg Frankenstein bei Nieder-Beerbach und der südliche ist die Burgruine „Schloss Auerbach“ oberhalb von Auerbach (OT von Bensheim).

Burg Bickenbach wurde etwa um 1235 von den Herren von Bickenbach auf der 257 m hohen Anhöhe über dem Dorf Alsbach, das schon 773 im Lorscher Codex erstmals erwähnt wurde, erbaut. Es wurde im 13. Jahrhundert von den Herren von Bickenbach erbaut. Vorgänger war wahrscheinlich eine Motte (ein Burgtyp) bei Alsbach, der sogenannte Weilerhügel. Seit dem 14. Jahrhundert wurde die Burg als Ganerbenburg genutzt. Da die Raubüberfälle des Ganerben Ulner von Dieburg jedoch Überhand nahmen, sah sich im Jahre 1463 die Stadt Frankfurt am Main dazu veranlasst, die Burg niederzubrennen. Die Anlage wurde jedoch bald wieder errichtet und fiel im Jahre 1504 an Hessen.

Im Laufe des 17. Jahrhunderts, vor allem jedoch im 18. Jahrhundert verfiel die Burg zusehends, so dass die Anlage heute lediglich als Ruine erhalten ist.

Die Kernburg war in einer klassischen Dreiecksform angelegt worden. Teile der äußeren Ringmauer sowie ein schmaler Zwinger sind ebenfalls erhalten. Am beeindruckendsten ist mit Sicherheit der mächtige - restaurierte - Bergfried, welcher u. a. von der Wehrmauer her zugänglich ist.

Bekannt ist Schloss Alsbach wegen seiner vielfältigen Veranstaltungen. Insbesondere zum Kunst- und Handwerksmarkt an Pfingsten, dem größten Markt in der Region, wirkt das einmalige Ambiente zwischen Ritter, Gaukler, Handwerker- und Krämerständen. Die Veranstaltungen für Kinder wie Kinder-Ritterfest und Kelterfest sind ein Highlight der Region. Im Jahr 2005 hat sich eine neue Rittergruppe gebildet, die im Sinne der sogenannten Mittelaltermärkte das pseudomittelalterliche Leben als modernes Brauchtum pflegt. Neben der Nachbildung eines historischen Lagerplatzes wurde eine Schmiede erbaut. Bei Veranstaltungen wird altes Handwerk wie Schmiede- und Zimmererkunst, Bäckerei und Küche sowie das Schneidern zeitgenössischer Gewänder vorgeführt.

Im Eingangsbereich und in der Vorburg wurden mehrere Kräutergärten eingerichtet. Sie teilen sich in einen historischen Teil mit Kräutern aus dem Garten der Hildegard von Bingen und dem Capitulare von Kaiser Karl I., der Große aus dem Jahr 795 und einen neuzeitlichen Garten mit modernen Kräutern. Ein weiteres Highlight ist das Rosarium mit einer mittelalterlichen Grasbank. Hier sind fast ganzjährig historische, duftende Rosen zu bestaunen. Abgerundet wird der florale Teil der Anlage mit eigenem Weinanbau innerhalb des Schlosses. Der Schlosswein "Barbakan" aus der Rebe Regent hat schon manchen Weinkenner erstaunt. Jährlich werden etwa 200 Halbliter-Flaschen abgefüllt.


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