Schloss Wildeck
von André Karwath aka Aka (Eigenes Werk) [CC-BY-SA-2.5], via Wikimedia Commons

Schloss Wildeck ist ein ehemaliges Jagdschloss in Zschopau in Sachsen. Es steht auf einem Felssporn in unmittelbarer Nähe zur Zschopau.

Die heutige Anlage ist unregelmäßig dreiseitig, die schmalen Flügel des Schlosses umgeben den Hof mit dem Bergfried „Dicker Heinrich“ zu Zschopau hin, zur Stadt zu ist der Hof mit einer Mauer abgeschlossen. Der im Winkel zweier Trakte stehende Treppenturm wird „Schlanke Margarete“ genannt.

Ursprung des Schlosses (und damit der Stadt Zschopau) ist eine Burg, die der Sicherung des Übergangs des „Alten Böhmischen Steiges“ über die Zschopau diente. Das genaue Gründungsdatum der Burg ist nicht überliefert, vermutet wird, dass sie in der Burgbauphase von 1125 bis 1180 errichtet wurde. Die erste urkundliche Erwähnung der Stadt erfolgte 1286, die Burg selbst wird 1299 erstmals genannt. Wahrscheinlich bestand die Burg ursprünglich nur aus einem Wehrturm, der dem heutigen „Dicken Heinrich“ entspricht, allerdings damals lediglich 20 m hoch war mit einem durch einen Mann zu verteidigenden Zugang in 14 Meter Höhe. Um die Wende vom 13. zum 14. Jahrhundert sind die Herren von Erdmannsdorf, die offenbar die Zschopauer Burg innehatten.

Die Burg wechselte im 14. und 15. Jahrhundert mehrmals den (markgräflich-meißnischen) Lehensträger, genannt werden die Waldenburger und Albrecht Burggraf von Leisnig. Anarg von Waldenburg und Herr zu Wolkenstein tritt die Burg 1456 an Kurfürst Friedrich ab.

Unter Herzog Moritz von Sachsen erfolgte 1545 bis 1547 der Umbau zum Jagdschloss in Renaissancestil, dabei wurden drei kleinere Türme abgebrochen und das Gebäude um ein Stockwerk erhöht. Von diesen Umbauten sind heute der Südflügels, sowie Teile des Westflügels. In diesem Zusammenhang entstandene farbenprächtige Kassettendecken und Wandmalereien wurden erst 1980 bei Bauarbeiten wieder entdeckt (Blau-Weiße Stube).

Das Schloss diente vom 17. Jahrhundert bis 1911 als Sitz einer Oberforst - und Wildmeisterei (später Oberforstamt), einer der bekanntesten ist Cornelius von Rüxleben, der von 1554 bis 1576 sächsischer Oberforst- und Landjägermeister in Zschopau war.

Im Laufe der Jahre kam es zu weiteren Umbau- und Anbauten, die heute zum Teil wieder entfernt sind. 1754 kam es zu einem Brand im Westflügel, beim Wiederaufbau des zerstörten zweiten Obergeschosses und des Daches erhielt der Westflügel ein barockes Mansarddach. Bedingt durch die Nutzung als Gerichtssitz (Amtsgericht seit 1821) erfolgte 1855 ein klassizistischer Anbau (Gerichtssaal am Ostflügel) sowie Einrichtung eines Gefängnisses am Westflügel.


Nach 1945 wurde Schloss Wildeck als Wohngebäude sowie Sitz verschiedener Kultureinrichtungen (Bibliothek, Musikschule, Station Junger Techniker und Naturforscher) genutzt, ab 1974 ist Schloss Wildeck Kreiskulturhaus, der Bergfried wird aufgestockt und mit einer Aussichtsplattform versehen.

Zurzeit sind im Schloss verschiedene Museen (Druckereimuseum, Motorradmuseum, Münzwerkstätte), eine öffentliche Bibliothek sowie ein Hochzeitszimmer untergebracht. Ein in den letzten Jahren um das Schloss angelegter Barockgarten ergänzt die Anlage.

Quelle: Wikipedia


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