Burg Hayn (Dreieichenhain)
von Rudolf Stricker (Eigenes Werk (own photo)) [Public domain], via Wikimedia Commons
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06.09 bis 08.09.2019 | Hayner Burgfest

Die Burg Hayn, auch Hain oder Dreieichenhain genannt, ist eine hochmittelalterliche Burgruine in Dreieichenhain, einem Stadtteil der hessischen Stadt Dreieich, im Landkreis Offenbach.

Die Turmburg war der Sitz der Reichsvögte, welche im Auftrag des Kaisers von hier aus den Wildbann Dreieich verwalteten.

Ursprünglich stand zu Zeiten Kaiser Karl der Große an dieser Stelle lediglich in Mitten eines wildreichen Urwaldes eine kleine Jagdhütte. 850 wird dieses Gebiet als in Urkunden als "Forestis Dreieich" bezeichnet. Auf altem Reichsgut war hier ab etwa 950 ein königlicher Jagdhof als Mittelpunkt des Wildbannforstes Dreieich entstanden. Der von Graben umgebene Königs- und Vogthof bestand aus mehreren Steinbauten, Pferde- und Hundeställen und einem (wahrscheinlich) zweistöckigen Herrenhaus, welches dem Kaiser als Unterkunft diente. Kaiser und ihr Gefolge verweilten hier, um im den Jagdhof umgebenden Wildbann zu jagen. Dreieichenhain wurde daher auch als "Des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation Hundestall" bezeichnet.[1] Unter der heutigen Evangelischen Kirche befinden sich Grundmauern einer Kapelle aus dieser Zeit.

Der Sage nach soll das alte Jagdhaus von Karl dem Großen begründet worden sein. Das Hengstbach-Tal soll ihm so gut gefallen haben, dass er beschloss, hier sein Jagdhaus zu errichten. Karls vierte Ehefrau Fastrada soll einen Zaubering besessen und hier in den Burgteich versenkt haben. Der Kaiser sei dadurch an dieses Jagdhaus im Hain magisch gebunden gewesen und machte es zu seinem Lieblings-Jagdplatz.[2]

Urkundlich erwähnt wird 1076 Eberhard von Hagen, der erste Vogt der Dreieich und enger Vertrauter Kaiser Heinrichs IV.. Mit der Übernahme seines Vogtamtes nannte sich Eberhard und seine Nachkommen "von Hagen". Hagen bedeutet im althochdeutschen so viel wie "umschlossener Hof". Dieser erbaute um 1080 einen fünfstöckigen salischen Wohnturm auf einer kleinen Insel (30 x 40 m) im Hengstbach am Jagdhof. Der Wohnturm hatte im Untergeschoss eine Mauerdicke von 2,80 m auf einer Fläche von 12,50 x 13,20 m. Die Höhe betrug ca. 25 m. Umgeben war der Wohnturm von hohen Ringmauern und einem breiten Wassergraben. Eine Wand (22 m) ist noch bis heute erhalten. Der Wohnturm stürzte 1750 in sich zusammen. Aus diesen Steinen wurde in Neu-Isenburg 1773 eine Kirche für die von den Grafen von Isenburg gegründete Hugenotten Siedlung errichtet. Die Reste des Wohnturmes zählen in Deutschland heute zu den besten erhaltenen Profanbauten aus der Salierzeit.

Die zur Stammburg der einflussreichen Herren von Hagen-Münzenberg gewordene Burg wurde bis 1180 zur Regierungszeit der Hohenstaufen zur Reichlehenburg ausgebaut. Der Wohnturm wurde in eine Burgmauer einbezogen. Hinzu kamen ein runder Bergfried, ein romanischer Palas und eine Kapelle. Die Burgmauer wurde von einem breiten Wassergraben umzogen. Zum Schutz der Burg wurden Burgmannen angesiedelt. Deren Hofreiten entstanden außerhalb der Burg. Neben der Burg entstand ein Fronhof (heute Restaurant Faselstall) mit Zwingern für Jagdhunde. Im Mittelalter wurde Dreieichenhain ironisch daher auch als "Des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation Hundestall" bezeichnet. Eine Stadtmauer mit Wall und Graben umschloss die entstehende Stadt. Das romanische Stadttor - die spätere Mittelpforte, heute nicht mehr existierend - war der einzige Zugang zu Burg und Stadt.

Nach dem Aussterben der Herren von Hagen-Münzenberg im Jahre 1255 fiel die Burg als Ganerbenburg (Erbengemeinschaft) an mehrere Herren. Bis 1286 konnten die Herren von Falkenstein zu 5/6 die Burg übernehmen, 1/6 verblieb bei den Herren von Hanau. Die Burg wurde in der Folgezeit ausgebaut. Der Palas und die Kirche wurden vergrößert, eine kleine Schule und das Burgmannenhaus der Bellersheim wurden gebaut. Ein mächtiger Torturm sicherte den Zugang zur Burg ab.

Ab 1256 ist der Ort Hayn nachgewiesen, der sich um die Burg herum entwickelte. Hier wohnten vorwiegend Bedienstete des Wildbannes. 1350 wurde die Stadt um eine Handwerkersiedlung, die Vorstadt, erweitert und erhielt bis zum Obertor mit einer Stadtmauer die heute noch sichtbaren Ausmaße der Altstadt.

1418 starben die Falkensteiner aus. Nach einer Erbteilung gingt die Burg an die Herren von Isenburg, Sayn und Hanau. Graf Ludwig II. von Isenburg erwarb 1486 den Saynschen Anteil an der Burg. Durch weitere Umbauten erhielt die Burg eine spätgotische Prägung.

Im 15. und 16. Jahrhundert war die Burg keine ständige Residenz mehr.

Im 18. Jahrhundert gab die zunehmend verarmte Stadt den Erhalt und die Pflege der Stadtbefestigungen auf. 1783 wurden die Mittelpforte und die Bollwerke abgerissen. Die unbewohnte Burg wurde als Steinbruch für den Straßenbau verwendet. Der seit 1710 alleinige Besitzer der Burg, Graf von Ysenburg-Philippseich konnte in einem 6jährigen Rechtsstreit den bereits begonnenen und endgültigen Abriss der Burg verhindern.

1816 fielen die Ländereien der Isenburger an das Großherzogtum Hessen-Darmstadt, außer der Burg Hayn. Die Isenburger verkauften die Burg 1931 an den Geschichts- und Heimatverein Dreieichenhain e.V..


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