Schloss Hardenberg (Velbert)
Alterbergbau aus der deutschsprachigen Wikipedia [GFDL oder CC-BY-SA-3.0], via Wikimedia Commons

Das Schloss Hardenberg ist ein barockes ehemaliges Wasserschloss im Stadtteil Neviges der Stadt Velbert. Es geht auf eine Gründung der Herren von Hardenberg zurück und wurde Ende des 17. Jahrhunderts zu seiner heutigen Form umgebaut. Die Vorburggebäude werden zu kulturellen Zwecken genutzt.

Etwa 500 Meter südwestlich befinden sich die Überreste von Burg Hardenberg.

Die Anlage besteht aus dem Hauptschloss und einer südlich davon gelegenen Vorburg, die von einer Parkanlage umgeben sind.

Die Vorburg ist ein dreiflügeliger Baukomplex in Hufeisenform, wie man ihn häufig bei rheinischen Wasserburgen findet. In den aus Bruchstein und Fachwerk errichteten Gebäuden mit zwei Geschossen waren einst Ställe und die Verwaltung des Amtes Hardenberg untergebracht. Maueranker in Form von Jahreszahlen zeugen von den Errichtungsjahren: 1680 und 1693. Dendrochonologische Untersuchungen haben jedoch ergeben, dass der südliche Mittelbau der Vorburg erst um 1720/30, eine Mittelwand sogar erst zwischen 1734 und 1744 erbaut wurde.

Das Hauptschloss ist ein viereckiger Bau mit zwei Geschossen, dessen Hauptfassade durch Fenster in fünf Achsen unterteilt ist. Er wird von einem abgewalmten Mansarddach mit Gauben abgeschlossen. Durch die unterschiedlichen Größen der Fenster sind die einzelnen Bauphasen des Gebäudes von außen gut zu erkennen. Über dem Rundbogenportal findet sich ein von Löwen gehaltenes Allianzwappen der Familien von Bernsau und von Schaesberg. Früher fanden sich hier auch drei Inschriften, die über die Bauherrin Isabella Margarete von Schaesberg und ihren Mann sowie zwei ihrer Söhne Auskunft gaben.

Von der historischen Innenausstattung ist durch Umgestaltungen im 20. Jahrhundert nur noch das aus dem 18. Jahrhundert stammende Treppenhaus erhalten, dessen Treppengeländer einfache Louis-seize-Formen besitzt.

Das Gebäude ist von einem tiefen Burggraben umgeben, der heute trocken gelegt ist. Er wird von einer viereckigen, niedrigen Ringmauer aus dem 15. Jahrhundert umgeben, die an ihren Ecken vier runde Batterietürme mit schiefergedeckten Kegeldächer besitzt. Die Ecktürme sind durch gedeckte und halb unterirdisch angelegte Gänge miteinander verbunden und besitzen Schießscharten.

Das Schloss wurde vermutlich in der zweiten Hälfte des 13. Jahrhunderts[2] von den bereits 1145 urkundlich erwähnten Herren von Hardenberg im Herzen ihrer unabhängigen Herrschaft als Wehrbau errichtet. Der stattliche Herrensitz fand jedoch erst im Dezember 1354 erstmals urkundlich Erwähnung. 1354 verkaufte Graf Heinrich von Hardenberg die Herrschaft an Gerhard I. Berg, so dass Hardenberg fortan ein bergisches Amt war. Die Familie verlegte Ihren Herrschaftssitz nach Herbede und errichtete dort die Burg Hardenstein. In der Folgezeit wurde das Amt häufig verpfändet und besaß deshalb viele wechselnde Besitzer. Wohl noch im 15. Jahrhundert[1] war ein neues, dreigeschossiges Burggebäude erbaut worden. Der von einem Wassergraben umgebene Bau besaß zwei Flügel, die im rechten Winkel aufeinander stießen, und am Dachansatz auf Konsolen vorkragende Erkertürmchen.

1496 übertrug Wilhelm III. von Jülich-Berg Amt und Burg als erbliches Lehen an seinen Rat und Stallmeister Bertram von Gevertshain, genannt von Lützenrode. Nach seinem Tod 1525, dem der seines unmündigen Sohnes rasch folgte, kam die Burg per Erbschaft 1529 an die Familie von Bernsau. Die Erbtochter Isabella Margareta von Bernsau heiratete 1655 den Freiherrn Friedrich Arnold von Schaesberg und ließ die Burg in der Zeit von 1682 bis 1696 zu einem Schloss umgestalten. Isabella Margareta ließ den bisherigen Winkelbau zu einem geschlossenen, verputzten Kubus erweitern. Nach einem Brand 1785 wurde der Bau um ein Stockwerk erhöht, und das Schloss erhielt mit dem abgewalmten Dach seine heutige Gestalt.

Schloss Hardenberg auf einer Lithografie von ca. 1883

1698 kam das Anwesen an die verwandten Freiherren von Wendt, in deren Eigentum das Schloss überging, nachdem Hardenberg − seit 1808 dem französisch regierten Großherzogtum Berg zugehörig − nach dem Wiener Kongress 1815 Preußen einverleibt worden war. Mit dem Tod Oswalds von Wendt 1877 erbte seine Schwester Leonie den Besitz und brachte ihn an die Familie ihre Mannes, der niederländischen Grafen von Marchant-Ansembourg. 1842 wurde der Torturm zur Vorburg samt Zugbrücke abgerissen und anstatt dessen eine feste Brücke zum Portal des Hauptschlosses errichtet. In diesem Zuge wurden auch einige der Gräben eingeebnet.

Die damalige Stadt Neviges erwarb das Schlossareal 1939, so dass sich die Gebäude seit der kommunalen Neugliederung, bei der Neviges ein Teil der Stadt Velbert wurde, im städtischen Besitz Velberts befinden.

Nachdem in den 1950er Jahren das Hauptschloss als Jugendheim gedient hatte, wurde es von 1965 bis 1975 restauriert und anschließend als Museum und Kulturzentrum genutzt. Neben der Dauerausstellung der Steinschen Gemäldesammlung wurden regelmäßig Werke zeitgenössischer Künstler ausgestellt. Daneben waren Räume wechselnden Aspekten der Velberter Stadtgeschichte, unter anderem auch der Nevigeser Wallfahrt, gewidmet. Im Rittersaal fanden regelmäßig Konzert- und Theateraufführungen statt.

1973 brannten die Vorburggebäude teilweise ab und werden seit den 1980er Jahren restauriert. Die Arbeiten dazu sind noch nicht abgeschlossen.

Trotz der 10-jährigen Restaurierungen ist das Hauptschloss wegen schwerer Schäden am Dachaufbau und am Mauerwerk seit Oktober 2003 geschlossen. Die Sanierung wird voraussichtlich mehrere Jahre dauern. Ein Teil der Veranstaltungen, die vorher im Schloss stattfanden, konnte in den schon sanierten Ostflügel der Vorburg verlegt werden. So befindet sich dort eine Studiobühne mit 80 Sitzplätzen, die vom Theater der Stadt Velbert betrieben wird und während der Sommerpause des Theaters auch als Ausstellungsraum genutzt wird.


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